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Leserbrief  "Der EuroRechner rechnet falsch!" und Stellungnahme


Herr Antonio Tassone schrieb uns am 24.08.2001:


Der EURO-Rechner rechnet falsch!

1000000 ITL = 1010,10 DEM lt. Euro-Rechner

Richtig ist

1000000 ITL = 516,46 EUR
516,46 EUR = 1010,11 DEM

Solche Behauptungen lassen wir natürlich nicht auf uns sitzen und klären die Sache hier auf:


Sehr geehrter Herr Tassone,

sie sind im Irrtum, selbstverständlich rechnet unser EuroRechner richtig. Richtig im Sinne der EG-Verordnung 1103/97, die für die Umrechnung der Teilnehmerwährungen der Währungsunion verbindlich ist.

Zunächst einmal schreiben Sie, daß 1000000 ITL = 516,46 Euro seien, da müssen wir Ihnen recht geben - auch unser EuroRechner kommt genau zu diesem Ergebnis. Die zugrundeliegende Rechnung sieht folgendermassen aus:

          1000000 ITL / 1936,27 = 516,4569 EUR, dieser Betrag ist zu runden auf 516,46 EUR.  RICHTIG!

Ihr nächster Rechenschritt rechnet dann die 516,46 EUR in 1010,11 DM um. Auch diese Berechnung ist richtig und kann mit unserem EuroRechner nachvollzogen werden.

          516,46 EUR * 1,95583 = 1010,108 DEM, dieser Betrag ist zu runden auf 1010,11 DEM.  RICHTIG!

Die Umrechnung zwischen ITL und DEM darf jedoch nicht so wie von Ihnen vorgenommen in 2 Schritten gerechnet werden

          1000000 ITL = 516,46 EUR
          und dann
          516,46 EUR = 1010,11 DEM. Sieht richtig aus, ist aber
FALSCH!

Diese Berechnung ist falsch, weil bei Umrechnung zwischen zwei Teilnehmerwährungen das Zwischenergebnis in EUR nicht gerundet werden darf (bzw. mindestens 3 Nachkommastellen beibehalten werden müssen). Richtig wird wie folgt ohne Rundung des Zwischenergebnisses gerechnet. Nach diesem in der EG-Verordnung 1103/97, Artikel 4 Absatz 4 vorgeschriebenen Verfahren  arbeitet unser EuroRechner.

          1000000 ITL / 1936,27 = 516,4569 EUR
          516,4569 EUR * 1,95583 = 1010,1019 DM, dieser Betrag ist zu runden auf 1010,10 DEM. 
RICHTIG!

Ich hoffe Sie haben Verständnis dafür, daß der EuroRechner gemäß den behördlichen Vorschriften rechnet und deswegen nicht die von Ihnen gerne gewünschten Ergebnisse errechnet.

Falls Sie Wert auf korrekte Ergebnisse legen hoffe ich Sie bald wieder auf unserem EuroRechner begrüßen zu können und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Schwinn, Sysop www.EuroRechner.de

Wundersame Geldvermehrung im Euroland

Bei unseren Recherchen zu Rundungsfehlern sind wir noch auf ein anderes Kuriosum gestoßen. Auch mit nur einer beteiligten Länderwährung können bei den Umrechnungen Merkwürdigkeiten auftreten. Rechnen Sie mal einen Pfennig (0,01 DEM) mit unserem EuroRechner in EUR um und dann 1 EuroCent (0,01 EUR) wieder in DEM.

0,01 DEM = 0,01 EUR 
aber
0,01 EUR = 0,02 DEM

Tja, das kann ja auf den ersten Blick kaum mit rechten Dingen zugehen, durch geschicktes Umtauschen hat sich der Einsatz verdoppelt!

Zunächst mal nachrechnen gemäß EG-Verordnung 1103/97:

0,01 DEM / 1,95583 = 0,0051129 EUR, der Betrag ist zu runden auf 0,01 EUR.

und die andere Berechnung:

0,01 EUR * 1,95583 = 0,0195583 DEM, der Betrag ist zu runden auf 0,02 DEM.

Wie man hier sieht ist nach den derzeit gültigen gesetzlichen Umrechnungsvorschriften nicht einmal gewährleistet, das bei Wechseln einer Teilnehmerwährung in EUR und Zurücktausch des Geldes in die Teilnehmerwährung wieder der gleiche Betrag herauskommt.

Ein Aufruf an die verantwortlichen EG-Politiker:

Es wird Zeit, daß die verantwortlichen EG-Politiker die Bevölkerung rückhaltslos über zwingend entstehende Rundungsfehler bei Anwendung der Umrechnungsvorschriften nach EG-Verordnung 1103/97 informieren! Dieses Thema wird bis jetzt gegenüber der großen Öffentlichkeit totgeschwiegen.

Derzeit sind z.B. wir die leidtragenden dieser verfehlten Informationspolitik: Wir müssen in Sonntagnachtsüberstunden unseren Kunden die gesetzlich vorgeschriebenen Rundungsfehler in Antworten auf Leserbriefe erklären. Bezahlt bekommen wir dafür natürlich nichts. Vom Kunde nicht und von der EG schon gar nicht.

Hier nochmals vielen Dank an die EU-Politiker für die unnötigen Überstunden!

Sicher wird das Problem in letzter Sekunde gelöst werden wenn bei weiter versäumter Aufklärungsarbeit Millionen von EU-Bürgern beim Bargeldumtausch am Bankschalter die Bankbeamten in Diskussionen über vermeintlich falsche Umrechnungen verwickeln. Aber bis dahin ist ja noch viel, viel, viel Zeit!


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