
Das Euro-Starterkit - Der ultimative Test
Wir haben für Sie das Euro-Starterkit getestet. Hart aber fair, und mit etwas Ironie.
Lieferumfang, technische Daten
Das Starterkit besteht aus 20 Euro-Münzen im Wert von 10,23 Euro in
einem Plastiktütchen mit dem Bundesadler.
| Größe: | ca. 100 x 68 mm |
| Gewicht: | ca. 120 Gramm |
| Inhalt: | 20 Euro-Münzen und etwas Luft |
Prüfung des Inhaltes
Alle getesteten Sets hatten den folgenden Inhalt und es konnten keine
Produktionsschwankungen festgestellt werden. Soweit das auf die Schnelle
überprüft werden konnte waren die Münzen auch echt.
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Der festgestellte Inhalt des Euro-Starterkits:
1 Münze zu 1 Cent Es ergibt sich genau die versprochene Summe von 10,23 Euro. |
Verfügbarkeit
Vermutlich bereits ausverkauft wenn Sie diese Zeilen lesen.
Look & Feel
Die Münzen sehen aus wie Geld, fühlen sich an wie Geld und man kann
demnächst damit bezahlen. Ein erster Test als Pfand in einem Einkaufswagen bei
Marktkauf ergab dass diese Münzen von einzelnen Marktteilnehmern entgegen den
Anordnungen der Bundesbank bereits akzeptiert werden.
Durch die nationalen Motive auf der Rückseite fühlen sich die Münzen in deutschen Geldbeuteln sofort heimisch. Die meisten der getesteten Münzen waren auch tadellos sauber und in ordentlichen Zustand. Von über 60 getesteten Münzen konnten wir lediglich an einer einzigen 2 Cent Münze leichte Herstellungsfehler (Kratzer und Schrammen) feststellen.
Praktikabilität des Starterkits
Wir haben zunächst mit einem mathematischen Verfahren ermittelt, welche
Beträge zwischen 1 Cent und 9,99 Euro passend bezahlt werden können. Das
Ergebnis war erschreckend: Nur 80% der theoretisch möglichen Beträge können
mit dem Starterkit passend bezahlt werden! Da Beträge wie z.B. 8,44 Euro welche
mit dem Set nicht passend gezahlt werden können in der Praxis nicht so relevant
sind haben wir in einem weiteren Test überprüft, wie es bei typischen Preisen
des täglichen Lebens aussieht.
Auch dieses Ergebnis war besorgniserregend: Alle gängigen Supermarktpreise die in Zukunft wohl auf 9 Cent enden werden, wie z.B. 0,99 Euro, 1,29 Euro oder auch 0,39 Euro können mit dem Set nicht passend bezahlt werden! Wer sich alleine auf das Euro-Starterkit verlässt ist also am 1.Januar verlassen.
Entsorgung der Verpackung
Ein weiterer Punkt der von den Herausgebern des Euro-Starterkits
nicht zuende gedacht wurde ist die Entsorgung der über 50 Millionen
Verpackungen. Bei einem Gewicht von etwas mehr als 1 Gramm je Tütchen sind das
immerhin deutlich über 50 Tonnen Plastikmüll. Einen Grünen Punkt sucht man
auf dieser Einwegverpackung vergeblich, ebenso wie eine Kennzeichnung des
verwendeten Materials zum ordnungsgemäßen Recycling.
Preis-/Leistungsverhältnis
Wir haben nachgerechnet mit unserem EuroKalkulator.
Für 20 DM bekommt man genau 10,225838 Euro. Im Starterkit sind jedoch 10,23
Euro enthalten, also fast 1/2 Cent mehr. Die Banken verschenken mit den
Starterkits demnach insgesamt etwa 250.000 Euro, einfach so. So eine
Gelegentheit kommt vermutlich so schnell nicht wieder, da Banken normalerweise
nichts ohne Hintergedanken zu verschenken haben. Da man dazu außerdem noch eine
Plastiktütchen mit dem Bundesadler erhält ist das Preis-Leistungsverhältnis
als hervorragend anzusehen.
Der Badewannen-Test
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Dies ist der Elchtest für Geld, den wir natürlich auch
durchführen mussten. Nur Währungen die bebadbar sind können bei dem
Fantastillionär Dagobert Duck aus Entenhausen,
der bekanntlich der Reichste Mann der Welt ist, Akzeptanz finden. Unsere
Tests ergaben für den Euro gute Werte, die einen ungetrübten
Geldbadegenuss ermöglichen. Das Geld schwappt geschmeidig in der Wanne
und scheuert nicht zu sehr. Das die Wanne übergelaufen ist, ist auf
unsere mangelnde Erfahrung beim Geldbaden zurückzuführen und kein
Produktmangel.
Neuesten Gerüchten zufolge soll Dagobert Duck bereits mehrere Kubikhektar Euro-Münzen bei der Europäischen Zentralbank ausgeliehen haben um eigene Tests vorzunehmen. Schleichwerbung: Die Abgebildete Badewanne erhalten Sie von Playmobil in Zirndorf, oder auch bei Ihrem Spielwarenhändler wenn er gut sortiert ist. Bestellnummer 5324 im Set mit WC und Waschbecken. Dazu gibt's auch noch weitere Möbel, ein Haus und eine komplette Stadt wenn man etwas mehr investiert. |
Resume
Man erhält gutes Geld für sein Geld. Es bleiben zwar noch ein paar
Wermutströpfchen wie die schlechte Eignung für bestimmte häufig anzutreffende
Beträge und die Unsicherheit bei der Entsorgung der Verpackung. Wir können
jedoch trotzdem guten Gewissens zum Erwerb des Starterkits raten.
Unsere Empfehlung (an den Bürger)
Sie sollten sich auf jeden Fall 2 Sets pro Person besorgen, denn nur
mit 2 Sets können Sie alle Beträge passend zahlen. Die Tütchen nicht
entsorgen sondern als Andenken aufheben und später den Enkeln zeigen damit das
Abfallproblem erst gar nicht entsteht.
Unsere Empfehlung (an die Europäische Zentralbank)
Da eh viel zu wenige von diesen Euro-Startpaketen hergestellt wurden
(nur ca. 50 Milionen Stück für wesentlich mehr deutsche Bürger) und - wie wir
festgestellt haben - jeder auch noch 2 Stück davon haben sollte, empfehlen wir
zahlreiche Starterkits nachzuproduzieren. Hier könnte dann auch eine der 5 Cent
Münzen durch 2 Münzen zu 2 Cent und 1 Münze zu 1 Cent ersetzt werden um den
bisherigen Fehler nicht zu wiederholen. Mit der geänderten Zusammensetzung könnten
dann alle Beträge von 0,01 bis 10,23 Euro passend gezahlt werden.
Vorgeschichte: Erwerb der Euro-Starterkits, das ganze Abenteuer
Als Betreiber von www.EuroRechner.de und gleichzeitig Softwareentwickler hab ich natürlich jetzt gerade alle Hände voll zu tun wegen Euro-Umstellungen bei den verschiedensten Kunden. So hatte ich auch an diesem denkwürdigen 17.12.2001, dem Tag der Ausgabe der ersten Euro-Münzen, nicht einen Termin bei der Bank um mich mit Euro einzudecken sondern einen ganztägigen Termin bei einem Kunden in Göppingen um dessen Euro-Umstellung voranzutreiben.
Schon am Vormittag hörte ich im Radio Meldungen, dass bereits bei einigen Banken die Euro-Starterkits ausverkauft sein sollen. Nachdem mir ein Mitarbeiter meines Kunden berichtete, dass ihm seine Hausbank für seine 4 Kinder lediglich 2 Euro-Starterkits geben konnte klingelten bei mir alle Alarmglocken. Als Betreiber des EuroRechner musste ich einfach so ein Euro-Starterkit haben und musste etwas unternehmen.
Also seilte ich mich dann dort ab um schnell noch ein paar Euro-Starterkits zu ergattern. Um das Gebäude der vorgenannten Bank machte ich dann gleich einen Bogen. Das tat ich eh schon länger, da diese Bank mal Soll und Haben verwechselt hatte (zu meinem Nachteil, versteht sich fast von selbst, hier die ganze Geschichte. Soviel zum Thema "So verliert man Kunden").
In der Innenstadt fand ich dann eine Filiale der Sparda-Bank und betrat die Schalterhalle. Dort lagen sie glänzend und verlockend, Berge von im Licht schimmernden Euro-Starterpaketen, auf einem extra Tischchen aufgebaut. Eine junge, hübsche und besonders freundliche Bankerin verkaufte mir dann, obwohl ich bei dieser Bank noch nicht mal Kunde war, ohne zu Zögern und ohne indiskrete Rückfragen sofort 2 Euro-Starterkits. Diese Bank empfahl ich natürlich gleich an den Familienvater weiter der dadurch bestimmt einen furchtbaren Streit zwischen den Kindern zuhause vermeiden konnte. Soviel zum Thema "So gewinnt man Kunden".
Dann packte ich mein Euro-Starterkit aus und stellte sofort einen Mangel fest, der Betrag von 49 Cent konnte aus den enthaltenen Münzen nicht zusammengestellt werden, da musste doch was faul sein. Fehlten vielleicht ein paar Münzen? Nein, es waren genau 10,23 Euro und die Sets waren vollständig. Also war die Zusammenstellung wohl wenig durchdacht. Das schrie geradezu nach einer satirischen Betrachtung der Sachlage, also musste ein Test des Euro-Starterkits geschrieben werden.
Aber erst mussten bei dem Kunden noch Überstunden geschoben werden. Dann mussten die Utensilien für den Test besorgt werden und weitere Euro-Starterkits. Doch als ich dort das Haus verlies waren alle Banken und Spielwarengeschäfte in Göppingen schon längst geschlossen. Für die Utensilien versuchte ich es zuerst im Marktkauf Göppingen der am Weg lag. Als kleiner Vortest probierte ich dort auch gleich eine der Münzen in den Einkaufswagen als Pfand. Es funktionierte. Das Vertrauen in die neue Währung stieg langsam. Und ich konnte mir sicher sein, dass ich auch im nächsten Jahr dort problemlos einen Einkaufswagen bekommen würde. Offenbar hatte dieser Laden seine Euro-Umstellung im Griff. Leider war die Spielwarenabteilung so schlecht sortiert dass ich dort keine Playmobil-Badewanne erwerben konnte die ich für den Test benötigte. Tipp an Marktkauf: Mal den Playmobil -Vertreter ins Haus lassen zum Auffüllen der Regale. Das Hilft!
Zum Glück erreichte ich dann noch um 19:29:55 Uhr - wenige Sekunden vor Schalterschluss - die Raiffeisenbank Maitis (vermutlich eine der kleinsten Banken der Welt, aber mit großartigen Öffnungszeiten). Dort konnte ich noch weitere zwei Euro-Starterkits ergattern. Das wichtigste Material für den Test war komplett.
Danach noch schnell nach Schwäbisch Gmünd zum SB-Warenhaus Schlecker, dessen Spielwarenabteilung hatte nämlich noch geöffnet und war auch hervorragend sortiert im Playmobil-Bereich. Dort konnte ich dann sogar zwischen zwei unterschiedlichen Playmobil-Badewannenmodellen wählen und entschied mich für die Jugendstil-Ausführung. Das komplette Set mit weiteren Badmöbeln war mit 44,90 DM zwar ganz schön teuer, doch ich hatte um 19:58 Uhr keine Zeit mehr für Alternativen. Eine positive Überraschung erlebte ich dann an der Kasse. Statt wie am Regal ausgezeichnet 44,90 DM wurden vom Kassencomputer nur 29,90 DM berechnet. So gewinnt man zufriedene Kunden! Wirklich! Tipp an Schlecker: Diese Vorgehensweise beim Kassieren konsequent ausbauen und vertiefen! :-)